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Paulis Lost Place: Bahnhof Märzfeld in Nürnberg
Hallo liebe Freunde,
am Wochenende habe ich wieder einen sehr interessanten Lost Place gefunden:
Märzfeld Bahnhof in Nürnberg.
Der Bahnhof Märzfeld wurde 1938 in Betrieb genommen, um die Zelt- und Barackenlager für die teilnehmenden NS-Organisatioren der Nürnberger Reichsparteitage anzubinden. Als dann der 2. Weltkrieg angefangen hat wurde die Bahnstation für das An- und Abtransportieren von Kriegsgefangenen genutzt. Auch die fränkischen Juden wurden an diesem Bahnhof auf den Tarnsport in die KZs geschickt. Die größten solcher Transporte mit ungefähr 1000 Menschen verließen Nürnberg am 29. November 1941 nach Riga in Lettland und am 24. März 1942 ins Ghetto Izbica bei Lublin in Polen.
1957 wurde der Bahnhof dann in Nürnberg-Langwasser umbenannt. Bis 1987 war diese Linie Personenzughalt. Seither dient der Bahnhof nur noch als Durchgangsbahnhof bzw. Abstellbahnhof für Güterzüge des Rangierbahnhofes.
Der Bahnhof selber wurde leider nie zu Ende gestellt. Es war auch als ein Teil des Projektes Breitspurbahn vorgesehen, die mit einer Spurweite von drei Metern Nürnberg und München verbinden sollte. Das Projekt wurde dann aber mit Ende des Zweiten Weltkrieges eingestellt.
Seit 2005 kann man am Sperrzaun zum alten Bahnofsgebäude noch Erinnerungstafeln dazu finden. Dort steht:
„In Erinnerung der Doppelrolle des ehemaligen Bahnhofs Märzfeld, der 1938 jubelnde Massen einer Vernichtungsdiktatur zu den Reichsparteitagen empfing − an dem ab 1941 jüdische Bürger und Bürgerinnen, politisch Andersdenkende, kriegsgefangene Männer, Frauen und Kinder misshandelt und gedemütigt wurden, unermessliches Leid erfuhren, in Arbeits- oder Konzentrationslager deportiert wurden.“
Über einen Trampelpfad von der Hauptstraße aus kann man heute oben die alten Gleise entlang gehen bis zum Bahnsteig. Leider ist dort inzwischen alles sehr heruntergekommen und bemalt mit Grafitti.
Wer mal wieder in die Geschichte Nürnbergs tauchen möchte sollte dort auf jeden Fall vorbei schauen.
Euer Pauli





